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Der Wahlkampf und das Social Media

Beeinflusst Social Media den Wahlkampf?

Rückblick nach Amerika

Ganz nach dem Motto, ein Bösewicht eignet sich besonders gut als Held, setzte Donald Trump die sozialen Medien bewusst im Wahlkampf gegen Hillary Clinton ein. Seine plumpe und häufig negativ auffallende Social Media Strategie brachte ihm schlussendlich doch den Sieg über die Präsidentschaftswahl in Amerika. Donald Trump wurde schlichtweg zur Marke und vermarktete somit sich selbst.

Parteien entwickeln sich zur Marke

Auch in Deutschland gleichen Parteien immer mehr einem Konsumunternehmen. Einziger Unterschied gegenüber einem solchen Unternehmen ist, dass hier keine Produkte, sondern die Partei an sich vermarktet wird. Die Parteien versuchen sich, durch eine erarbeitete Social Media Strategie, zu einer eigenen Marke zu entwickeln. Es wird hier auch vom sogenannten Brandmanagement im Social Media gesprochen.

Wahlkampf-Strategie im Social Media

Welche Social Media Strategien die einzelnen Parteien jedoch für sich einsetzen ist nicht bekannt. Die Strategie einer Plakatwerbung-Kampagne wird jedoch öffentlich vermarktet.

Aber warum ist das so?

Ganz einfach: Social Media Strategien müssen so lange es geht geheim bleiben. Hat eine Partei eine gute Idee veröffentlicht, dann hat diese Partei prinzipiell schon einen Vorsprung von 2 bis 3 Tagen, bis konkurrierende Parteien die Idee kopieren. Dieser Vorsprung ist aufgrund der hohen Interaktion und Vernetzung in den sozialen Netzwerken enorm wichtig. Zusätzlich kann eine Social Media Strategie nicht in dem vollen Umfang geplant werden, als es andere Werbestrategien werden können. Wenn man also seine Strategie veröffentlicht und sich dann nicht daran halten kann, kann das negativ bei den Wählern ankommen.

Im Wahlkampf zählt die gesamte wahlberechtigte Gesellschaft zur anzusprechenden Zielgruppe. Vor allem gilt es, die zu erreichen, die kein Interesse an politischen Inhalten haben oder die bis kurz vor dem Wahltag keine Ahnung haben, welche Partei überhaupt ihren Vorstellungen entspricht. Um wirklich jeden potenziellen Wähler zu erreichen, muss jede Social Media Plattform bespielt und vermarktet werden. Die Parteien müssen sichtbar und hörbar werden und in den Mittelpunkt der Gesellschaft rücken. Der Social Media Content richtet sich so an die Kombination von politischen Aussagen und den Anliegen der Wähler.

Das größte Problem beim Wahlkampf in sozialen Netzwerken

In sozialen Medien kommunizieren die Parteien bereits mit den Leuten, die sich ohnehin für Politik interessieren oder die bereits Anhänger der Partei / Social Media Seite sind. Bei Gewinn der Wahl steht die Partei jedoch in der Pflicht, mit dem gesamten Land und somit auch mit Partei-Gegnern zu kommunizieren. Dieser Umschwung muss gelingen. Es muss versucht werden, möglichst die gesamte Gesellschaft zu erreichen.

Beeinflussung im Wahlkampf durch Social Media

Durch das Social Media können die Wähler jedoch bewusst beeinflusst werden.

Automatisierung durch Social Bots

Social Bots bezeichnen Programme, die in den sozialen Netzwerken die Verhaltensmuster der Nutzer simulieren. Anhand bestimmter Algorithmen wird die menschliche Präsenz im Netz vorgetäuscht, um so die Stimmung der Nutzer 24/7 beeinflussen zu können. Im amerikanischen Wahlkampf wurden diese Social Bots in vollem Umfang eingesetzt. In Deutschland hingegen ist diese Einflussmethode eher umstritten und wird offiziell nicht eingesetzt.

Fake News erobern das Social Media

Ebenfalls können Falschmeldungen die Gesellschaft und somit die Wähler beeinflussen. Wie soll es auch anders sein, Amerika bietet hier wieder einige Beispiele. So war es schließlich, dass sich der Papst als Trump Anhänger outete und der FBI-Agent, der Clintons Mails überprüfen sollte, kurz davor stirbt. Natürlich alles erfunden. Allerdings ist das Thema der Fake News auch im deutschen Wahlkampf präsent. So ist beispielsweise ein Schreiben an die Polizei gelangt, in dem eine Partei verlangt, Straftaten von Flüchtlingen nicht mehr zu verfolgen. Doch alles erlogen.

Die Parteien versuchen sich gegenseitig zu manipulieren, um die unschlüssigen Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Durch das Social Media verbreiteten sich diese Informationen so schnell, dass die Richtigstellung meist auf der Strecke bleibt oder die Gesellschaft einfach nicht mehr weiß, was denn überhaupt der Wahrheit entspricht. Diese Falschmeldungen werden meist eingesetzt, um der konkurrierenden Partei zu schaden. Eigentlich sollten Fake News in den sozialen Medien jedoch dem Grund dienen, das eigene Weltbild zu schützen. Ganz nach dem Motto: Zeige der Gesellschaft was du teilst und sie sagen dir was du gerne sein möchtest.

Gespeicherte Daten

Das Netz vergisst nichts. Daten werden in den sozialen Netzwerken gespeichert. So wissen Parteien genau, auf was es bei bestimmten Personengruppen oder Personengebieten ankommt. So kann die Social Media Strategie optimal darauf angepasst werden. Wähler wissen gar nicht, das die Parteien alles so optimieren, dass es auf die eigenen Bedürfnisse perfekt abgestimmt ist. Im US-Wahlkampf wertete Facebook die Profile möglicher Wähler aus und verkaufte die Daten an die Politik. Wie die Daten im deutschen Wahlkampf an die Politik gelangen ist bislang unklar.

Die sozialen Netzwerke können den Blickwinkel der Menschen verändern. Natürlich werden Wahlen nicht alleine im Social Media gewonnen, denn dafür ist die Zielgruppe einfach zu breit und unterschiedlich. Jedoch werden hier die Meinungen und Einstellungen der Wähler am Meisten beeinflusst. Es ist erschreckend, welche Möglichkeiten den Parteien zur Verfügung stehen, um den Wähler zu beeinflussen.

Meinst Du nicht auch?

Können wir eigentlich noch die für uns „richtige“ Partei wählen oder wählen wir schon den, der uns durch das Social Media am besten zusagt oder wählen wir gar den, der die meiste Präsenz im Social Media zeigt? Wie stehst du zu diesem Thema? Ich bin gespannt welcher Meinung du bist!